28.03.2023

Exkursion – The CRADLE

Zirkuläres Bauen mit Holz in Düsseldorf

bergisch.circular geht auf Exkursionreise und besucht verschiedene Best-Practices zu den Projektschwerpunkten Zirkuläres Bauen, Öffentliche Beschaffung und Abfallvermeidung in NRW und deutschlandweit. Ziel ist es, Einblicke in die Praxis einer bereits gelebten Circular Economy zu erhalten und Inspiration, Wissen und Ansätze für die Entwicklung von Praxislösungen in den bergischen Stadtverwaltungen zu erlangen.

Die erste Exkursion ging Ende März nach Düsseldorf, um das Bauprojekt The Cradle zu besuchen. The Cradle wird das erste Holzhybrid Gebäude in Düsseldorf und folgt dem Cradle-to-Cradle-Ansatz (C2C). Durch die Holzhybridbauweise wird Holz mit anderen Baustoffen kombiniert und überall dort eingesetzt, wo es endliche Materialien wie Beton, Stahl oder Kunststoffe ersetzen kann. Insgesamt werden in Düsseldorf mehr als 2.150 m3 Holz im Bürogebäude eingesetzt (Quelle: The Cradle). Am Tag der offenen Tür hatte bergisch.circular sowie unsere Beobachterkommune Kreis Wesel die Möglichkeit die Baustelle zu besichtigen und Details über die Bauweise, Materialien sowie den Bauprozess des Gebäudes zu erhalten. Generell arbeitet The Cradle mit reversiblen Verbindungen, um eine größtmögliche Kreislauffähigkeit durch Demontierbarkeit während und nach der Nutzungsphase erzielen zu können.

Im Zuge des C2C-Ansatzes sind alle eingesetzten Bauteile in einem Gebäuderessourcenpass (Material Passport) hinterlegt, der bei jeglichen Änderungen von Komponenten und Maßnahmen aktualisiert wird. Zusätzlich wird für das Gebäude ein BIM-Modell genutzt, das ebenfalls mit dem Gebäudepass verknüpft ist. Langfristig soll der Gebäuderessourcenpass die Grundlage für eine konsistente Kreislaufwirtschaft im Bausektor schaffen, indem alle Lebenszyklusphasen vom Design bis zur Wiederverwendung oder Verwertung optimal miteinander koordiniert und verzahnt werden. Durch die Kombination von Gebäudenpässen und BIM-Modellen sollen zukünftig alle notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt werden, um den Aufbau von „Urbanen Minen“, die Realisierung zirkulärer Sanierungen und Neubauten sowie kreislaufgerechten Abbruch bestmöglich zu unterstützen (Quelle: DGNB).

Eine Besonderheit ist die Fassade von The Cradle, welche vollständig aus dem Rohstoff Holz gebaut ist. Hierbei variieren die Fassadenelemente je nach Sonnenausrichtung in der Tiefe, um entweder zur Verschattung des Gebäudes auf den Sonnenseiten zu dienen, oder einen möglichst großen Lichteinfall auf schattigen Gebäudeseiten zu gewährleisten. Neben der Fassade kennzeichnet sich auch die Innenraumgestaltung überwiegend durch Holzelemente (Holzwände; Holzdecken, Stützen). Nur das Notwendigste am Gebäude wurde mit Beton gebaut, z. B. das Untergeschoss, welches eine wasserdichte Bauweise aufgrund der Hafenlage erfordert.

Der Bau des Gebäudes soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres beendet werden. bergisch.circular wird definitiv wiederkommen, um zu sehen wie das Gebäude nach Fertigstellung aussieht.